CBD

(Cannabidiol)

CBD (Cannabidiol) ist nach THC das zweitbekannteste und in der Cannabis Blüte meist am zweithäufigsten vorkommende Phyto-Cannabinoid. Da es nicht Psychotrop wirkt, untersteht CBD zwar nicht dem Betäubungsmittelgesetz, ist wegen seiner pharmakologischen Wirkungen jedoch als Arznei rezeptpflichtig. CBD bindet an viele unterschiedliche Rezeptoren („schmutzige Pharmakologie“) und entfaltet dabei v. a. antipsychotische, anxiolytische, antiinflammatorische, antiemetische und spasmolytische Wirkung. In den USA wird CBD inzwischen als neueste Superzutat der Wellnessindustrie bejubelt und auch in Europa kommt der Trend an; der Konsument sollte dabei jedoch auf verschiedene Qualitätsmerkmale achtgeben, die hier vorgestellt werden.

Chemische Summenformel: C21H30O2
Molekulargewicht: 314,2246 g / mol
Siedepunkt: 157° C

Chemische Formel - CBD

CBD (Cannabidiol) ist nach THC das zweitbekannteste und in der Cannabis Blüte meist am zweithäufigsten vorkommende Phyto-Cannabinoid. Im Gegensatz zu THC ist CBD nicht Psychotrop, d.h es erzeugt keine Euphorie oder sonstig veränderten Bewusstseinszustände. CBD vermindert sogar den Psychotropen Effekt von THC.1 Daher ist es ideal für die Behandlung von Kindern, älteren Menschen und Patienten, die lieber einen klaren Kopf behalten wollen. CBD untersteht nicht dem Betäubungsmittelgesetz, ist als Arzneimittel in pharmazeutisch geprüfter Qualität jedoch rezeptpflichtig.2

CBD wirkt v. a. antipsychotisch, anxiolytisch, antiinflammatorisch, antiemetisch, spasmolytisch und wirkt teilweise indirekt durch Modulation der THC/CB2 Rezeptor Interaktion, bzw. durch Hemmung des enzymatischen Abbaus von Anandamid, einem Endocannabinoid. Es werden für CBD weitere Wirkmechanismen angenommen, u.a. eine agonistische Bindung an den Serotonin-Rezeptor 5-HT1 und den Rezeptor GPR55, sowie Blockade des µ-Opioid Rezeptors.3,4,5

Die Erkenntnisse zur „schmutzigen Pharmakologie“ von CBD wachsen stetig weiter; eine 2018 veröffentlichte Studie fand, dass Cannabidiol die Morphin-Antinozizeption verstärkt, NMDA-vermittelte Anfälle vermindert und Schlaganfallschäden reduziert, dies alles über antagonistische Bindung am Sigma 1-Rezeptor.6

Für Cannabidiol sind zahlreiche therapeutische Effekte beschrieben, u. a. zur Behandlung von Schlafstörungen. Seine antioxidativen sowie sonstige oben beschriebene Wirkungen bieten neue Perspektiven zur Behandlung bestimmter chronisch-entzündlicher Erkrankungen, Nervenentzündungen, Epilepsie, Schwindel, Erbrechen, Angstzustände und Schizophrenie sowie neurodegenerative oder Krebs-Erkrankungen. Diese bedürfen einer ärztlichen Differential-Diagnose und individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Die Europäische Kommission erteilte CBD kürzlich einen sogenannten „Orphan-Drug-Status“ für die Behandlung des Dravet-Syndroms und der perinatalen Asphyxie.

In den USA wird CBD inzwischen als neueste Superzutat der Wellnessindustrie bejubelt und auch in Europa kommt der Trend an: Immer mehr Unternehmen in der Beauty- und Lifestyle-Branche entwickeln neue Produkte mit zugesetztem niedrig dosiertem CBD als Hilfsmittel für allerlei körperliche und seelische Beschwerden, mit teils beachtlichen Anwenderbeurteilungen.

Konsumenten sollten beim Kauf von CBD Produkten auf Qualitätsmerkmale achten: Neben der angegebenen CBD Konzentration unterscheiden sich viele CBD Extrakte hinsichtlich des sonstigen Wirkstoffgehalts, zB. anderer Cannabinoide und Terpene. Ein entsprechendes Analysezertifikat (COAs = Certificate of Analyses) beim Händler sollte spätestens auf Anfrage des Kunden vorgelegt werden können. Ein natürlicher CBD Vollspektrum Extrakt aus Cannabis enthält im Gegensatz zu CBD-Isolat aus alkoholischen Extraktionsverfahren neben CBD auch ein breites Spektrum an anderen natürlichen Cannabinoiden sowie Terpenen, Flavonoiden, Antioxidantien und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Der kombinierte Einsatz aller Pflanzenwirkstoffe soll deren Effekte potenzieren, was auch als „Entourage Effekt“ der Phyto-Cannabinoide bekannt ist.8,9 Durch den chemischen Extraktionsprozess finden sich in Isolaten außerdem oft Rückstände von Lösungsmitteln. Auch wenn laut Analysezertifikat das Produkt frei von Lösungsmitteln, Schwermetallen und anderen Belastungen ist, sind Analysen von externen Laboren tendenziell als seriöser einzustufen als firmeninterne.

CBD wird z.B. bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:10

  • Epilepsie
  • Angststörungen
  • Depressionen
  • Multiple Sklerose
  • Krebs
  • Übelkeit
  • Psychotische u. schizophrene Erkrankungen
  • Diabetes
  • Stress
  • Spasmen

Die therapeutisch nutzbaren bekannten Effekte von CBD sind:

  • entkrampfend/muskelentspannend
  • antidepressiv
  • angstlösend
  • entzündungshemmend
  • antikanzerogen
  • antipsychotisch
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[1] http://profofpot.com/cbd-reduces-side-effects-thc/

[2] Cannabis: Verordnungshilfe für Ärzte von Franjo Grotenhermen; Klaus Häußermann – ISBN 10: 3804737595 – ISBN 13: 9783804737594

[3] https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Gremien/Verschreibungspflicht/75Sitzung/anlage2.pdf?__blob=publicationFile&v=1

[4] http://profofpot.com/thc-cbd-cell-targets-receptors/

[5] Ibeas Bih C, Chen T, Nunn AVW, Bazelot M, Dallas M, Whalley BJ. Molecular Targets of Cannabidiol in Neurological Disorders. Neurotherapeutics. 2015;12(4):699-730. doi:10.1007/s13311-015-0377-3

[6] Rodríguez-Muñoz M, Onetti Y, Cortés-Montero E, Garzón J, Sánchez-Blázquez P. Cannabidiol enhances morphine antinociception, diminishes NMDA-mediated seizures and reduces stroke damage via the sigma 1 receptor. Mol Brain. 2018;11(1):51. doi:10.1186/s13041-018-0395-2

[7] Zhornitsky S, Potvin S. Cannabidiol in humans-the quest for therapeutic targets. Pharmaceuticals (Basel). 2012;5(5):529-552. doi:10.3390/ph5050529

[8] E.B R, Russo EB. Taming THC: Potential Cannabis Synergy and Phytocannabinoid-Terpenoid Entourage Effects. Vol 163.; 2011:1344-1364. doi:10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x

[9] Pamplona FA, daSilva LR, Coan AC. Potential clinical benefits of CBD-rich Cannabis extracts over purified cannabidiol (CBD) in treatment-resistant epilepsy: observational data meta-analysis. Front Neurol. 2018;9:759. doi:10.3389/FNEUR.2018.00759

[10] CBD: Ein Cannabinoid mit Potenzial. Franjo Grotenhermen ISBN: 9783037885376